Sakramente und Segenshandlungen

Sakramente sind heilige Zeichen oder „sichtbares Wort“ (Augustinus). In der lutherische Kirche ist nicht ihre Anzahl wichtig, sondern ihre Bedeutung. An erster Stelle stehen die von Christus ausdrücklich befohlenen Sakramente Taufe und Abendmahl, sodann die Beichte (Absolution) und die Ordination, schließlich Segenshandlungen nach kirchlicher Überlieferung: Konfirmation, Eheschließung (Trauung), Krankensegnung (Salbung), Bestattung sowie weitere Feiern zu besonderen Anlässen („Kasualien“).

Christ werden durch Taufe, Konfirmation und Abendmahl

Taufe

Taufschale-B900H600In der heiligen Taufe befreit uns der dreieinige Gott von den Mächten des Bösen, bringt unserem sündigen Ich den Tod, schenkt uns eine neue Geburt, macht uns zu Söhnen und Töchtern Gottes und zu Gliedern am Leib Christi, der Kirche. Wasser verbunden mit dem Wort – Gottes rettende Verhei­ßung in Jesus Christus – ist in der Mitte dieses grund­legenden Sakraments.

Die Taufe ist einmalig und kann nicht wiederholt werden. Auch Kinder und Unmündige können das Sakrament empfangen, denn das JA Gottes geht allem menschlichen Verstehen, Entscheiden und Tun voraus. Doch soll sich das Geschenk der Taufe im ganzen Leben entfalten: christliche Unterweisung, Konfirmation und Beichte sind eng auf die Taufe bezogen, der wiederholte Empfang des heiligen Abendmahls erneuert und vertieft die mit der Taufe eröffnete geistliche Wirklichkeit.

Wichtiges aus der Taufliturgie
Was man zur Taufe wissen sollte

Konfirmation

KonfirmationDie Konfirmation (vom lateinischen Wort confirmatio, Bestär­kung) erwächst aus der Taufe und weist auf diese zu­rück. Sie ist ihrem Wesen nach Taufgedächtnis und zielt über das Ju­gend­­alter hinaus auf das ganze christliche Leben. So ist z.B. auch die erneute Hinwendung zur Kirche ein konfirmato­ri­scher Vorgang. Mittelpunkt der Konfirmation ist der seg­nen­de Zuspruch des Heiligen Geistes mit Handlauflegung durch den Pfarrer.

Wichtiges aus der Konfirmationsliturgie
Was man zur Konfirmation wissen sollte

Abendmahl

KommunionIm heiligen Abendmahl, auch Herrenmahl, Altarsakrament (so im Kleinen Katechismus) oder Eucharistie (vom griechischen Wort eucharistia, Danksagung) genannt, ruft Christus seine Gläubigen an seinen Tisch. Durch den Empfang seines Leibes und Blutes erfahren sie Gemeinschaft mit ihm und unter­einander. Sie werden beschenkt mit „Vergebung, Leben und Seligkeit“ (Martin Luther). Daher soll das heilige Abendmahl häufig gefeiert werden.

Wie wir Abendmahlsgottesdienst feiern
Was man zur Abendmahlsteilnahme wissen sollte

Beichte

BeichteZwar sind wir durch die Taufe befreit zu einem Leben in Liebe zu Gott und dem Nächsten, doch bewegen wir uns täglich von Gott und voneinander weg. Wer bekennt, dass er im Widerspruch zu Gottes Liebes­gebot lebt, kehrt zurück zu seiner Taufe, durch die unser sündiges Ich ertränkt wird und stirbt. Im Geschenk der Lossprechung (Absolution) erhebt uns Gott immer wieder zum neuen Leben in Jesus Christus. So ist die Beichte in ihrem Wesen eine grundlegende Lebensäußerung des christlichen Glau­bens, die weit über liturgische Vollzüge hinausgreift. Gleichwohl können feste Ordnungen hilfreich sein. Die beiden Grundelemente der sakramentalen Beichte sind das Bekenntnis der Sünden und der Zuspruch der Vergebung.

Was man zur Beichte wissen sollte

Trauung

TrauungDie Ehe ist eine „weltliche“ Ordnung (Luther), die unter be­son­derem staatlichem Schutz steht. Sie ist aber zugleich auch eine göttliche Gabe. In der kirchlichen Trauung kommt zum Ausdruck, dass die auf die Weitergabe des Lebens hin offene Liebes- und Lebensgemeinschaft von Mann und Frau unter den Formen der Beziehungen, die Menschen mit­ein­ander ein­gehen, eine einzigartige Stellung einnimmt. Christen beken­nen sich zueinander und geloben lebenslange Treue – „mit Gottes Hilfe“.

Die Trauung geschieht in der Regel als öffentliche gottesdienstliche Handlung, an der die Gemeinde fürbittend teilnimmt. Sie kann mit der Feier des heiligen Abendmahls verbunden sein.

Wichtiges aus der Trauliturgie
Was man zur Trauung wissen sollte

Dienst an Kranken

KrankensegnungJesus Christus ist Künder und Vermittler des umfassenden Heils für die Menschen. Die Kirche hat es daher immer als ihre Pflicht angesehen, für die Kranken zu sorgen. Dieser Dienst geschieht auf viel­fältige Weise: durch Krankenpflege, durch persönliche Begleitung, durch Krankenbesuche, durch gottesdienstliche Handlungen wie Beichte, Krankenabendmahl und Krankensegnung.

Die Krankensegnung

Bestattung

Bestattung-Afg-JesusB600H400Was Gott in der heiligen Taufe begonnen hat, führt er bei denen, die aus der Taufgnade gelebt haben, durch Sterben und Tod zur Vollendung. Zum christlichen Leben gehört daher auch die Vorbereitung auf das Sterben.

Geht ein Christ dem Tod entgegen, sollten die Angehörigen den Pfarrer rechtzeitig zu dem Sterbenden rufen. Er spendet ihm dem Krankensegen und reicht ihm, wenn es möglich ist, das heilige Abendmahl. Nach dem Sterben kann die sogenannte Aussegnung folgen.

Wichtiges aus der Bestattungsliturgie

Segnung – Weihe – Ordination

Ordination in der SELKDurch Wort Gottes und Gebet werden Menschen, aber auch Gaben der Schöpfung (z. B. Essen und Trinken) sowie Sachen (z. B. Kirchen und Wohnungen) und  gesegnet und geweiht.

Eine Sonderstellung nimmt die Ordination, die Weitergabe des Hirtenamtes, ein. Wegen ihrer grundlegenden Bedeutung kann sie in der lutherischen Tradition als Sakrament gesehen werden. Die Gemeinde ist berufen, diesen Dienst in ihrer Mitte durch Fürbitte und Mitarbeit zu unterstützen.

Die Ordination

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