Gemeinde & Kirche

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) zählt etwa 34.000 Christen in 115 Pfarrbezirken. Sie ist selbständig, das heißt unabhängig von den großen Kirchen und dem Staat. Sie erhebt keine Kir­chensteuern, sondern finanziert sich durch Beiträge und Spenden. Die Kirchenleitung mit dem Bischof hat ihren Sitz in Hannover. Die Pfarrer absolvieren das Studium der evangelischen Theologie und wer­den unter Handauflegung zum Hirtenamt der Kirche ordiniert. Die SELK ist Mitglied in der Arbeits­ge­mein­schaft christlicher Kirchen (ACK) und hat den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes.

Lutherische Kirche hat ihren Namen durch ihre Verbundenheit mit dem Erbe Martin Luthers, der im 16. Jahrhundert die Erneuerung (Reformation) der Kirche anstrebte. Noch heute ist die Nähe zur katho­li­schen Tradition erkennbar, etwa in der Liturgie des Abendmahlsgottesdienstes in der Form der Messe. Dem Erbe der Reformation entspringt der hohe Stellenwert der biblischen Verkündigung.

Nach lutherischer Überzeugung ist Gott zwar auch der Fordernde, mehr aber noch der Gebende. Nicht das Vermögen und die Leistung des Menschen, sondern die Liebe Gottes steht im Vordergrund. Beson­deres Gewicht haben dabei die Sakramente (Taufe, Abendmahl, Beichte), in denen Gott uns seine liebende Vergebung schenkt. Lutherische Kirche sieht ihre Aufgabe vor allem darin, den Menschen unserer Zeit Gott nahezubringen. Sie hält sich zurück mit Ratschlägen und Forderungen an die Tages­politik, weiß sich aber verantwortlich, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ein­zutreten.

Unsere Gemeinde entstand im Jahr 1875 durch das Wirken des Reichelsheimer Pfarrers Georg Anthes. Er lehnte eine neue Verfassung seiner Landeskirche ab, die den ursprünglichen Glauben (z. B. an die Gegen­wart des Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl) relativierte. Auch in anderen Gebieten Deutschlands entstanden im 19. Jahrhundert selbständige lutherische Gemeinden. Sie kämpften um eine Kirche, in der die biblische Botschaft nach lutherischem Bekenntnis in Geltung blieb. Es war zu­gleich ein Kampf gegen die Bevormundung der Kirche durch den Staat und gegen die Vereinnahmung der Theologie durch den Rationalismus. 1972 schlossen sich eine Reihe dieser Kirchen zur SELK zusam­men, die als Stimme des konfessionellen Luthertums ihre ökumenische Verantwortung wahrnimmt.

Heute erfreut sich unsere Gemeinde eines vertrauensvollen ökumenischen Miteinanders in Darmstadt und Reichelsheim.

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